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02.07.2011
Unabhängige Bauernstimme 6/11

Als Qualitätssicherung getarnte Strukturbereinigung

Saatgut-Aufbereiter zum Audit zwangsverpflichtet

Optimierung der Produktqualität und der damit verbundenden Produktionsabläufe, ein Qualitätssicherheitssystem zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Schöne Worte, die heutzutage gerne in den Mund genommen werden. Auch von den Beteiligten der Saatgutwirtschaft – dem Bund der deutschen Pflanzenzüchter, dem Verband der VO-Firmem, Raiffeisen – wenn es um „ihr“ Produkt geht, ums Z-Saatgut. Konkret wurde schon vor fünf Jahren mit der Einführung eines Qualitätssicherheitssystems geworben, auch als Reaktion auf die trotz diverser Hochglanzbroschüren nicht auszurottende Kritik der Bauern und Bäuerinnen an der zum Teil und vor allem im Verhältnis zum Preis mangelnden Qualität des Z-Saatgutes. Saatgut-Aufbereiter sollen sich nun innerhalb dieser Qualitätsoffensive auditieren lassen, zwecks Optimierung der Produktionsprozesse.

Auditzwang

Was zunächst aussah wie eine freiwillige Maßnahme, bei der  sich jeder überlegen kann, ob so etwas für den eigenen Aufbereitungsbetrieb sinnvoll ist, wird nun zum Zwang. In einem Schreiben teilten die Pflanzenzüchter bäuerlichen Aufbereitern, die sich bislang noch nicht dem Audit unterzogen haben mit, dass sie dies bitte bis 30. Juni diesen Jahres tun sollen. Verweigern sie sich, drohen die Züchter an, ihnen kein Basis-Saatgut, also keine Vermehrungsaufträge mehr zukommen zu lassen. Für viele dieser bäuerlichen Aufbereiter ist die Vermehrung von Basis zu Z- Saatgut ein wichtiger Betriebszweig, der damit wegbrechen würde. Nun traf sich eine Gruppe von Vermehrern und Aufbereitern von Bio-Saatgut und verfasste ein Antwortschreiben an die Pflanzenzüchter, indem sie ihre ablehnende Haltung gegenüber dem erzwungenen Audit deutlich machen. Das lassen die Züchter allerdings nicht gelten.

Strukturbereinigung

„Kein Wunder“, findet Klaus Buschmeier, selbst Aufbereiter und Vermehrer von Saatgut, schließlich gehe es eigentlich um eine Strukturbereinigung. „Die Züchter wollen die Zahl der Aufbreiter mindestens halbieren“, so höre man es sogar öffentlich auf Veranstaltungen, sagt Buschmeier. Da komme so ein Audit gerade recht, schließlich würden sich speziell die kleineren Betriebe überlegen, ob sie Geld, Geduld und Nerven investieren in etwas, dass sich unter Umständen kaum auszahlt. Es gehe mit dieser Auditierung, die in keinem Gesetz vorgeschrieben ist, um Marktmacht, ist sich Buschmeier sicher, denn es komme weniger auf die Ausrüstung eines Aufbereiters an als mehr auf den, der die Anlage bediene. Ob den allerdings ein Audit ändert, ist äußerst fraglich.