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14.02.2017
Unabhängige Bauernstimme 12/16

IGN zu Gast bei UPOV in Genf

Genf ist ein Drehkreuz internationaler Politik, von UNO, Hilfsorganisationen, WTO etc.. Hier ist das Leben teuer und nicht vergleichbar mit meinem Heimatort Bekond an der Mosel. Hier waren wir jetzt in den noblen Hallen in denen über unser Erntegut debattiert wird. Es wird in kleinste Teile geteilt, nicht nur Samen, sondern auch DNA, DNS, Keimplasma, Vererbungssubstanz, Pflanzenteile, Zellen usw.. Hier versuchen die Giganten am Saatgutmarkt sich Rechte aufzuteilen und den UPOV-Verantwortlichen mit Hilfe von Biologen, Rechtsanwälten, Forschern und Politikern die Notwendigkeit der Rechte am Saatgut in ihr Denken einzuprägen. Vielleicht ist es im Vorfeld wichtig zu wissen, dass es weltweit 460 Millionen bäuerliche Betriebe, in 111 Ländern gibt. Davon bewirtschaften 72% weniger als 1ha Ackerfläche, 94% weniger als 5ha. In Äthiopien sind 88% des Getreides welches angebaut wird Landrassen. Insgesamt zeigen uns diese Zahlen, dass die Vielfalt der Natur weltweit nicht von den großen Züchtern bestimmt wird, sondern lediglich von den kleinen Bauern, die vom Austausch der traditionellen Sorten leben. Augen aufmachen auf dem Acker ist angesagt, gucken, wo wächst was am Besten angepasst an die Region. Bei dem Seminar in Genf ging es eben um die wechselnden Beziehungen zwischen Landwirtrechten und Züchterrechten. Die internationalen Züchterfirmen sehen nur sich und ihre Produkte. Sie sehen nicht, dass das Ursprungsmaterial von unseren Vorfahren über Jahrtausende zu dem gemacht wurde was es heute ist. Die Züchterhäuser möchten jetzt das Züchtungsprivileg einschränken. Die Züchter beklagen, dass die Sortenzüchtung pro Sorte bis zu 3 Millionen Euro kostet und sie sonst nicht rentabel arbeiten könnten, denn sie seien in Verantwortung für die Welternährung. Zum Sortenschutz in der Welt gibt es viele verschiedene Handhabungen. In vielen Ländern gilt noch die Regelung von vor 1978, dass Landwirte die Sorten nachbauen, aber dann nicht als Saatgut verkaufen durften. In keinem Land der Welt wurden solch harte Maßnahmen seitens der Züchter angewandt wie in Deutschland. Ich habe mit dem stellvertretenden Generalsekretär der UPOV Peter Button und Martin Ekvad, dem Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses der UPOV, gesprochen. Sie sagten, hier sei man übers Ziel hinausgeschossen. Resümierend möchte ich sagen, dass die UPOV-Vertreter das Gespräch mit uns gesucht haben. Sie möchten sich auch in Zukunft mich uns an einen Tisch setzen, denn die Einblicke die wir ihnen geben öffnen auch den Blick für die bäuerliche Seite. UPOV-Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen, dazu gehören auch die Selektionssorten von Kleinbauern die Landrassen und die Hofsorten. Die Angst der UPOV vor Patenten wurde deutlich wie auch vor den großen internationalen Saatgutkonzernen die privaten Verträge abschließen und UPOV außen vorlassen.