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25.10.2016
Unabhängige Bauernstimme 7/16

Bauernsaatgut europaweit

In Frankreich trafen sich Aufbereiter und Bauern zum Austausch

„Je seme et je reseme“ sinngemäß: „ich säe und ich baue nach“, so stand es auf den Autos der Teilnehmer der Konferenz in St. Pol, südlich von Calais in Frankreich Anfang Mai, wo sich etwa 20 Bauern aus 7 Ländern trafen, um sich über Aufbereitung und Nachbau von Bauernsaatgut auszutauschen. Die Zusammenfassung könnte lauten: Bauernsaatgut ist legitim, rentabel, profitable und hilft der Biodiversität.Von der IG-Nachbau waren Franz Josef Dohle, Gerhard Porz, und Gyso von Bonin dabei. Das Treffen der Initiativen, die sich gegen Nachbaugebühren in ganz Europa wehren fand auf einem Gutshof statt. Dort konnte wir ein mobiles Aufarbeitungsgerät für Kartoffelpflanzgut besichtigt. Es hat eine Leistung von 50 Tonnen pro Stunde. Vor allem in England und in Frankreich gibt es große Unternehmen, die nach der Ernte auf die Höfe fahren und vor Ort Erntegut aus dem Lager ziehen, reinigen, beizen und zur Aussaat aufbereiten. Es wurde von einer Jahresmenge von 4o.ooo Tonnen gesprochen. Hauptsächlich geht es um Getreide und Kartoffeln.

Problem Hybride

Ein gemeinsames Problem ist, das bei manchen Arten nur noch Hybriden auf den Markt kommen und damit kein Nachbau möglich ist. Dabei bestand unter den Praktikern Einigkeit, dass Hybriden in ihren Eigenschaften im landwirtschaftlichen Anbau nicht besser sind als Liniensorten, die Züchtung sich aber deshalb darauf konzentriert, weil Hybriden nicht nachbaufähig sind. Daraus folgt eine langfristige Abhängigkeit der Bauern von den Züchtern. Das traditionell partnerschaftliche Verhältnis auf Augenhöhe zwischen Bauern und Züchtern wird zunehmend Geschichte. Hinzu kommt in Deutschland das Verhalten der Saatgut -Treuhandverwaltungs GmbH (STV) dem Inkassobüro des Bundesverbandes deutscher Pflanzenzüchter (BDP) welches durch Ausforschungsversuche und gerichtliche Auseinandersetzungen nicht gerade Vertrauen aufbaut. Bäuerliche Betriebe haben über die Jahrhunderte an der Entwicklung von Saatgut mitgearbeitet, daraus vorhandene Rechte werden ihnen durch die Züchter abgesprochen. Zudem brauchen vor allem kleine Betriebe und Subsistenzhöfe in armen Ländern freien Zugang zu bezahlbarem und nachbaufähigem Saatgut – als echten und nachhaltigen Schritt gegen den Hunger. Am Ende des Treffens wurde die Fortsetzung des regen Austausches von Liniensaatgut über Ländergrenzen hinweg vereinbart und die Stimmung wurde noch besser als wir erfuhren, dass ein großer englischer Aufbereiter uns alle einlädt.