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03.07.2018
Unabhängige Bauernstimme 5/18

Für Vielfalt auf dem Acker

Saatgut für bäuerliche Landwirtschaft braucht auch Alternativen in der Züchtung

Die Saatgutfrage sei so zentral, sagt Gyso von Bonin, langjähriger Demeter-Bauer, AbLer und Sprecher der IG Nachbau, sie zu beantworten sei praktisch die Freiheitsbewegung der bäuerlichen Landwirtschaft. Längst ist die Forderung das Recht auf freien Nachbau wieder herzustellen verknüpft mit der grundsätzlichen Frage, wer bestimmt, was Bäuerinnen und Bauern auf ihren Feldern anbauen. „Es geht hier nicht nur um ein elementares Recht der Bauern und Bäuerinnen sondern auch darum, den berechtigten Anspruch der Zivilgesellscahft an eine vielfältige Lebensmittelerzeugung in einer artenreichen Kulturlandschaft zu erfüllen“, heißt es in einem Strategiepapier der IG Nachbau. Sie fordert denn auch eine öffentliche Förderung konzernunabhängiger Saatgutforschung, eine einfachere Sortenzulassung auch für bäuerliche Sortenzüchtungen und die dauerhafte Möglichkeit heterogenes Material, sogenannte Populationssorten zu verwenden. Die IG Nachbau wendet sich gegen Gentechnik und Patentierung, auch weil sie Monopolstrukturen manifestiert. Sie lehnt es ab, sämtliche Informationen über ihren Anbau in ein System einzuspeisen, was daraus in erster Linie größtmöglichen Profit schlagen will. „Die Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Erwin Oberndörfer, IG Nachbau-Sprecher, Schweine- und Ackerbauer aus Baden-Württemberg, „wir müssen das Unrecht beseitigen.“

Neue Wege

Stattdessen aber engagiert sich die EU in Afrika um weitere Staaten dazu zu bewegen dem UPOV-Abkommen beizutreten. Jenes internationale Abkommen hatte – lobbiiert durch die entsprechenden Unternehmen - 1994 die Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu Gunsten der Pflanzenzüchter vorgenommen. So ist es wenig verwunderlich, das die EU sich eher bremsend engagiert, wenn versucht wird eine UN-Deklaration zu Bauernrechten auf den Weg zu bringen. Dort würde es ein Recht auf Zugang zu Saatgut und Nachbau verankert geben. International wehren sich immer wieder Bauern und Bäuerinnen gegen die Dominanz der Konzerne, trotzdem erwachsen daraus noch zu wenig alternative Strukturen. Es braucht bäuerliche Vernetzung und es braucht Geld und daher den Willen der Politik auch andere Forschungsvorhaben zu unterstützen als nur die im Interesse der großen Player. Es braucht aber auch Bauern und Bäuerinnen die gemeinsam mit Züchtern eigene Projekte entwickeln und vorrantreiben.